Die Orgel in der Markuskirche


Im Sommer 2005 ist die umfangreiche Renovierung der Orgel der Markuskirche abgeschlossen worden. Seither erklingt die von der Firma G. F. Steinmeyer & Co. erbaute und 1935 mit der Kirche eingeweihte Orgel wieder in altem Glanz.

Ihre 2600 Pfeifen stehen in 43 Registern; darunter sind vier Transmissionen - also Register eines Manuals, die ohne Koppel auch im Pedal gespielt werden können, ohne für ein Manual gezogen zu sein.

Entsprechend der damals üblichen Bauweise erhielt das Werk Taschenladen mit elektrischer Traktur. Auch die klangliche Gestaltung entspricht dem damaligen Stand der Orgelbewegung. Die Aufstellung der Disposition (also die Registerwahl und ihre Anordnung) "folgte den Vorschlägen des bekannten Heidelberger Organologen Dr. Walter Leib und war von dem Bestreben geleitet worden, die Orgelwerke aller Stilepochen abendländischer Musikentwicklung in den jeweiligen Klanggegebenheiten und Klangvorraussetzungen, aus denen sie erwachsen sind, erklingen lassen zu können. Diesem Bestreben liegt kein starrer Historismus, sondern die Erkenntnis zugrunde, nur durch ´Werktreue´ und damit ´Lebenstreue´ ein Werk zu tönendem Leben wiedererwecken zu können.

Dieser schwierigen Aufgabe wurde der Orgelbauer in vorbildlicher Weise gerecht, so dass eine Orgeltabulatur Arnold Schlicks aus der Renaissance, die barocken Tokkaten Lübecks und Buxtehudes, die gewaltigen und strengen jenseitigen Formen Bachs ebenso in der Sprache ihrer Zeit wiedergegeben werden können, wie die Klangsinnlichkeit des Flamen Cesar Franck, der düstere Mystizismus Max Regers und die klare Linearität des zeitgenössischen Neubarock.

(s.a.: Markuskirche Karlsruhe, Verlag Schnell & Steiner, München &Zürich, 1985)




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