Offene Kirche
Offene Markuskirche jeden Tag

 Montags bis samstags von 8 bis 19 Uhr können alle, die möchten, hier innehalten, eine Kerze anzünden, ein Gebet aufschreiben, einfach nachdenken oder die Stille in der Kirche tanken.

Sonntags lassen wir die Kirche nach dem Gottesdienst auch geöffnet - bis um 13 Uhr.

Seien Sie herzlich willkommen!
Die Kirche ist für Sie geöffnet.

Und erzählen Sie uns gerne von Ihren Erfahrungen, Ihren Gedanken zur Offenen Kirche.




Die Markuskirche Karlsruhe
Architekt: Otto Bartning


„Die Kirche soll 900 Sitzplätze (ohne Notsitze) und außerdem eine Orgelempore für eine Orgel mit 35 Orgelregister mit etwa 100 Sitzplätzen für Chor und Orchester erhalten. Orgel und Orgelempore dürfen nicht hinter oder über dem Altar angeordnet sein [...] Kanzel und Altar sind axial so anzuordnen, dass die Kanzel ihre Stellung vor dem Altar erhält. Dabei ist zu beachten, dass der/die Geistliche von allen Plätzen aus gesehen werden kann [...] Bei der Raumgestaltung der Kirche ist darauf zu achten, dass der Innenraum eine sakrale Wirkung ausübt und den Höhepunkt dieser Raumabstimmung in dem von einem Hochkreuz beherrschten Altarraum erreicht [...] Die Bausumme ist außerordentlich knapp. Der Entwurf muss daher die einfachste Konstruktion und die schlichteste Ausführung vorsehen [...]“

So lautete Ende 1933 die Ausschreibung zu einem Wettbewerb für den Bau der Markuskirche. Aus 38 Entwürfen wurde der beste Plan ermittelt, als dessen Autor der aus Karlsruhe stammende Architekt Prof. D. Otto Bartning festgestellt wurde.

Trotz heftiger Widersprüche vom damaligen Gauleiter und Reichsstatthalter, der die Baugenehmigung in Frage stellte, setzte sich O. Bartning durch und der erste Spatenstich durch Pfarrer Seufert erfolgte am 12. März 1934. Schon am 3. November 1934 wurde das Richtfest begangen und zum Jahresende konnte mit dem Innenausbau begonnen werden. Dank der sorgfältigen Planung und der gewissenhaften Bauaufsicht erbrachte die Endabrechnung des Kirchenbaus, dass Ersparnisse erzielt worden sind und so konnten ursprünglich nicht vorgesehene Arbeiten bis zu Einweihung doch noch durchgeführt werden. Diese wurde dann am 6. Oktober 1935, dem Erntedankfest, vollzogen.

Die Karlsruher Markuskirche nimmt in der langen Reihe Bartningscher Kirchenbauten einen unverwechselbaren Platz ein. Und es ist ein Glücksfall für Karlsruhe und für die Baugeschichte überhaupt, dass die Markuskirche den letzten Krieg beinahe unversehrt überstand.

Der Architekt Otto Bartning schreibt selbst über die Markuskirche:
„Die Baustelle [...] liegt an einem runden Platz, der von mehreren Straßen überkreuzt wird. Um städtebauliche Ordnung und Ruhe zu schaffen wurden daher Kirche, Turm und Gemeindebauten so gruppiert, dass sie einen eigenen außerhalb des Verkehrs liegenden Vorplatz bilden. Der Baustil dieser Markuskirche ist vollständig der Niederschlag aller meiner Karlsruher Eindrücke und Jugendvorstellungen von Weinbrenner [...] Die Grundgestalt des Kirchenraumes, ein Rechteck, das sich im Halbrund schließt, ist einfach und eindeutig. Der Raum der Gemeinde geht unmittelbar in den Altarraum über und findet in dessen Rundung die Sammlung [...] Die Kanzel steht im Brennpunkt, sowohl architektonisch wie auch geistig [...] der Aufmarsch der breiten nach innen gelegten Strebepfeiler gibt dem Raum eine natürliche Feierlichkeit und deckt den unmittelbaren Blick in die Fenster ab…ein einfaches Mittel sakraler Wirkung. Die Holzdecke, gegliedert durch ein bestimmtes System von Holzrippen, gibt dem Raum sowohl Farbe [...] als auch liturgische Sprech- und Musik-Akustik [...]
Besondere Zutaten an Ornamenten und Schmuckteilen waren weder notwendig noch angebracht. Vielmehr wurden die verfügbaren Mittel lieber auf wenige, aus gediegener künstlerischer Handarbeit hervorgegangene Stücke verwendet:
-    der Steinaltar mit dem Markus-Löwen und dem Lukas-Stier
-    die handgeschmiedete Kanzel
-    die holzgeschnitzte Opferstöcke

-    der keramische Wandschmuck der Vorhalle (Majolika)
-    die in den Putz gesetzte Mosaik-Inschrift der Altarwände
[...] So hoffe ich, das Bauwerk möge einen Widerschein [...] der inneren Freude zeigen, mit der ich an dieser Kirche in meiner Vaterstadt gearbeitet habe.“

Der Turm wurde aus rein städtebaulichen Gesichtspunkten so betont exponiert. Er ist der Gelenkpunkt für die Gesamtgruppe, die verschiedenwinklig zusammensteht. Entsprechend den umliegenden Straßenfluchten bekam er auch sechs Seitenflächen. Die offene Glockenstube gliedert den Kopf des Turmes architektonisch und lässt das Schwingen der Glocken anschaulich werden.




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