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Jahresbericht 2006

Die GCJZ hat auch im Jahre 2006 vielfältige Aktivitäten und Veranstaltungen durchgeführt. Ihr Ziel war dabei, möglichst viele Menschen zu erreichen, um zu informieren, aufzuklären und den Dialog zu suchen.

Die Gesellschaft bemühte sich dabei entsprechend ihrer Zielsetzung, die Gedanken von Toleranz und gegenseitiger Achtung den Besuchern näherzubringen. Ihr Bemühen galt vor allem auch der Überwindung von Fanatismus, Rassendiskriminierung und Antisemitismus sowie der Information und Aufklärung der jüngeren Generation. Dabei spielte auch die Vergangenheitsbewältigung des nationalsozialistischen Unrechtsstaates eine wichtige Rolle.

 

Veranstaltungen zur „Woche der Brüderlichkeit“ vom 5. bis 12. März 2006 unter dem Thema „Gesicht zeigen!“

 

Sonntag, den 5. März: Eröffnungsveranstaltung mit ca. 150 Besuchern im Albert-Schweitzer-Saal. Die Eröffnung wurde vom Oberbürgermeister der Stadt Karlsruhe Heinz Fenrich vorgenommen. Das Hauptreferat über Dietrich Bonhoeffer hielt für den geplanten, aber kurzfristig aus Gesundheitsgründen ausgefallenen Künstler Jochen Gerz dankenswerterweise der ehemalige Landesbischof Prof. Dr. Klaus Engelhardt. Die musikalische Gestaltung lag in den Händen der Durlacher Kantorei unter Leitung von Prof. Hans-Martin Corrinth.

 

Dienstag, den 7. März: Im Festsaal des Jüdischen Gemeindezentrums Karlsruhe berichtete in einer Veranstaltung der Jüdischen Gemeinde der Nahost-Korrespondent Ulrich Sahm vor vollem Haus über „Der Nahe Osten nach Arafat und Sharon. Israel und die palästinenschen Gebiete zwischen den Wahlen“.

 

Donnerstag, den 9. März: Filmvormittag für Schulklassen „Edelweißpiraten“ im Filmtheater Schauburg mit anschließendem Filmgespräch. Bereits am Vorabend, Mittwoch, den 8. März, war der gleiche Film als Sonderveranstaltung für die Öffentlichkeit angeboten worden. Veranstalter war in beiden Fällen der Erzieherausschuss der GCJZ.

 

Samstag, den 11.März und Samstag, den 4. März: Das Jakobustheater veranstaltete mit großem Erfolg eine Lesung aus "Mein verwundetes Herz. Das Leben der Lilly Jahn 1900-1944" von Martin Doerry.

 

Sonntag, den 13. März: Hervorragend besuchte Führung durch die Karlsruher Synagoge mit David Seldner, Vorsitzender der Jüdischen Kultusgemeinde Karlsruhe.

 

Sonntag, den 13. März: Im Kulturzentrum Tollhaus boten in einer von dort durchgeführten Veransatlatung vor leider nur mäßigem Publikum Nina Hoger und das Ensemble Noisten eine auch musikalisch umgesetzte Version der Lyril von Else Lasker-Schüler.

 

Vorträge in Karlsruher Schulen während der Woche der Brüderlichkeit 2006 zum Thema „Begegnung mit dem Judentum heute“

Nach dem großen Erfolg im Jahr 2005 wurde auch während der Woche der Brüderlichkeit 2006 die Vortragsreihe in Schulen in Karlsruhe und der näheren Umgebung durchgeführt. Leitgedanke bei der Entstehung dieses Projekts war die Tatsache, dass bei der Jugend nur sehr wenig Kenntnisse über das aktuelle Leben der Juden in Deutschland vorhanden sind. Um das gegenseitige Verständnis und den Respekt zu fördern, muss ein Mindestmaß an Kenntnissen voneinander vorhanden sein. Diesem Ziel widmete sich die Vortragsreihe, die Solange Rosenberg, die jüdische Vorsitzende der GCJZ Karlsruhe, durchgeführt hat. Frau Pfarrerin Gertrud Stihler, evangelische Religionslehrerin i.R. hatte den pädagogische Leitfaden erstellt und die Koordinierung der Vortragsreihe übernommen. Frau Rosenberg hatte in dieser Woche 6 verschiedene Schulen besucht (Hauptschulen, Realschulen und Gymnasien), wodurch  sie rund 600 Jugendliche im Alter zwischen 14-17 Jahre erreicht hat. Die Vorträge fanden in Gruppen von 27bis 90 Schülern statt und dauerten jeweils eine Doppelstunde.

 

Weitere Veranstaltungen

 

Donnerstag, den 4. Mai: Die Heiderlberger Historikerin Dr. Svetlana Jebrak berichtete unter dem Titel „Wie viel Heimat braucht der Mensch? Lydia O. Cederbaum (1878-1963) – eine jüdische Sozialdemokratin im lebenslangen Exil“ über das Leben einer beeindruckenden Frau zwischen den Mahlsteinen der Geschichte in Russland, Deutschland, Frankreich und den USA. Die Veranstaltung im Jüdischen Gemeindezentrum war leider schlecht besucht.

 

Donnerstag, den 29. Juni: Die jährliche Mitgliederversammlung fand diesmal im Karlsruher Bismarck-Gymnasium statt, außer den Mitgliedern waren auch Gäste willkommen. Neben den Berichten über das Jahr 2005 wurden der Vorstand und die Geschäftsführung einschließlich des Schatzmeisters einstimmig entlastet.

Im Anschluss an die Mitgliederversammlung berichteten uns zwei Schülerinnen des Bismarckgynasiums über das Schicksal einiger ehemaliger jüdischer Bismarckschüler, nachdem Schulleiter Dr. Gilbert über die Geschichte des Gymnasiums referiert hatte.

 

Montag, den 30. Oktober: In einer gemeinsam mit dem Verein „Gegen Vergessen – Für Demokratie“ und dem Deutsch-Israelischen Freundeskreis e.V. durchgeführten Veranstaltung berichtete Peter Wirkner (Mitarbeiter bei SPD- Bundestagsfraktion und OSZE) für den verhinderten MdB Gert Weißkirchen über den Antisemitismus im heutigen Europa und stand nach dem sehr guten und sehr gut besuchten Vortrag im Foyer des Landratsamtes auch noch für eine längere Diskussion zur Verfügung.

 

Donnerstag, 9. November: Die Gedenkveranstaltung zum Jahrestag der Reichspogromnacht fand wieder mit Unterstützung zahlreicher anderer Vereinigungen und Initiativen im Kulturzentrum Tollhaus statt. Der Präsident des Bundesgerichtshofes Prof. Dr. Günter Hirsch berichtete über den Umgang der bundesdeutschen Nachkriegsjustiz mit dem NS-Unrecht und insbesondere auch mit den Tätern aus den Reihen der NS-Justiz und fand damit ein großes und sehr interessiertes Pulikum. Tagsüber hatte der Erzieherausschuss der Gesellschaft eine Mahnwache an der ehemaligen Synagoge in der Kronenstraße organisiert und die Jüdische Gemeinde den Gedenktag mit einem Gedenkgottesdienst bereichert.

 

Montag, 13. November: Der Chor Carmelim des Leo-Baeck-Erziehungszentrums Haifa ist zu Gast bei der GCJZ Karlsruhe. Am Abend gab er im voll besetzten Jüdischen Gemeindezentrum ein begeistert angenommenes und musikalisch wie tänzerisch beeindruckendes Konzert voll ansteckender Lebensfreude – in Kooperation mit der Jüdischen Gemeinde und dem Deutsch-Israelischen Freundeskreis.

 

Christlich-Jüdischer Bibelstudienkreis der GCJZ

Leitung Kirchenrat i.R. Dr. h.c. Hans Maaß

2006 lautete das Jahresthema: "Messianisch gedeutete Bibelstellen in jüdischer, kirchlicher und wissenschaftlicher Auslegung“. Insgesamt wurden 8 Abende durchgeführt.

 

Erzieherausschuss der GCJZ
Koordinator Rektor i.R. Peter Baumbusch

Der Erzieherausschuss hat z. Zt. 6 Mitglieder und trifft sich ca. 4wöchig. Zu seinen Hauptaufgaben gehörten neben den Filmbeiträgen zur Woche der Brüderlichkeit die Vorbereitung und Durchführung der Mahnwache an der ehemaligen Synagoge in der Kronenstraße am 09.11.06, bei der Schülerinnen und Schüler der Klasse 10a der Drais-Real-schule Flugblätter verteilten, aus den Büchern Lotte Paepckes lasen, die Schautafeln erläuterten und die Mahnwache hielten.

 

Sonstige Aktivitäten

Es fanden im Berichtsjahr insgesamt 7 Sitzungen des Vorstands und einige kleinere Treffen statt.

Die Geschäftsführung konnte in vielen Fällen bei Anfragen und Bitten um Hilfe von Einzelpersonen und Gruppen (Schüler, Studenten, Pfarrgemeindegruppen usw.) mit Materialien, Referentenempfehlungen u.a.m. helfen. Daneben besuchte der Geschäftsführer eine Tagung des Deutschen Koordinierungsrates zum Jahresthema 2007 und die anschließende Geschäftsführertagung.

 

Öffentlichkeitsarbeit

Alle Veranstaltungen der Gesellschaft wurden durch über 500 Einladungen, Presseberichte, Anzeigen in der Karlsruher Presse, Plakate u.a.m. einer breiten Öffentlichkeit bekanntgemacht. Die Schulen, Vereine, politischen Parteien, Hochschulen, Kirchengemeinden, Verbände usw. werden ebenfalls zu den Veranstaltungen der Gesellschaft eingeladen. Zur „Woche der Brüderlichkeit“ wurden jeweils ca. 2 500 Einladungen verschickt bzw. verteilt.

Durch unsere neu erstellte und sehr informative Homepage wurde auch ein neues „Publikum“ erschlossen und es ergaben sich einige neue Kontakte zu interessierten Gruppierungen und Enzelpersonen.

Durch die vielen Veranstaltungen in Kooperation mit anderen Vereinen und Institutionen erreicht die GCJZ auch viele nicht direkt bei uns engagierte Menschen und kann sie für die satzungsgemäßen Ziele mobilisieren und sensibilieren. Im Gegenzug unterstützen wir auch andere Organisationen, die interessante und geeignete Veranstaltungen aus unserem Themengebiet abdecken, indem wir diese auch über unsere Schiene bewerben.

So wirkte die GCJZ auch bei der Ausstellung „11.000 Kinder. Mit der Reichsbahn in den Tod“ Mitte bis Ende Mai im Ver.di-Haus und dem Beiprogramm als Mitveranstalter mit.

 

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