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Jahresbericht 2005

Die GCJZ hat auch im Jahre 2005 vielfältige Aktivitäten und Veranstaltungen durchgeführt. Ihr Ziel war dabei, möglichst viele Menschen zu erreichen, um zu informieren, aufzuklären und den Dialog zu suchen.

Die Gesellschaft bemühte sich dabei entsprechend ihrer Zielssetzung, die Gedanken von Toleranz und gegenseitiger Achtung den Besuchern näherzubringen. Ihr Bemühen galt vor allem auch der Überwindung von Fanatismus, Rassendiskriminierung und Antisemitismus sowie der Information und Aufklärung der jüngeren Generation. Dabei spielte auch die Vergangenheitsbewältigung des nationalsozialistischen Unrechtsstaates eine wichtige Rolle.

Veranstaltungen zur „Woche der Brüderlichkeit“ vom 6. bis 13. März 2005
unter dem Thema „Prüfet alles. das gute behaltet“

Bei der Eröffnungsveranstaltung am 6. März waren über 150 Besucher anwesend. Die Eröffnung wurde wiederum vom Oberbürgermeister der Stadt Karlsruhe vorgenommen. Das Hauptreferat hatte der ehemalige Landesbischof Prof. Dr. Engelhardt übernommen. Die musikalische Gestaltung lag in den Händen des Kammerchors des Helmholtzgymna-siums unter Leitung von Herrn Kretschmann.

Am Dienstag, den 8. März fand im Jakobustheater eine Lesung von Ingeborg Hecht aus ihrem Buch „Von der Heilsamkeit des Erinnerns“ statt. Das „Auerbachs Kellertheater“ aus Staufen spielte Szenen aus der Bühnenfassung des Buches „Als unsichtbare Mauern wuchsen“.

Am Donnerstag, den 10. März fand im Festsaal des Jüdischen Gemeindezentrums Karlsruhe, ein vielbeachteter Vortrag „Zur Geschichte der Synagogen in Karlsruhe und Umge-bung“ von Dr. Joachim Hahn, Stuttgart statt. Der Referent ist Verfasser und Herausgeber mehrerer Werke zur Geschicht der Synagogen und jüdischen Gemeinden in B-W.

Am Mittwoch, den 9. März gab es einen Filmvormittag für Schulklassen „Zug des Lebens“ im Filmtheater Schauburg mit anschließendem Filmgespräch. Am Abend wurde der Film „Der Pianist“ als Sonderveranstaltung für die Öffentlichkeit angeboten. Veranstalter für beide Filme war der christlich-jüdische Erzieherkreis in der GCJZ.

Am Sonntag, den 13. März wurde durch Herrn David Seldner, den Vorsitzenden der Jüdischen Kultusgemeinde Karlsruhe eine Führung durch die Karlsruher Synagoge angeboten, die wie immer auf großes Interesse stieß.

Vorträge in Karlsruher Schulen während der Woche der Brüderlichkeit 2005
zum Thema „Begegnung mit dem Judentum heute“

Eine neue Veranstaltungsreihe wurde erstmals während der Woche der Brüderlichkeit mit Karlsruher Schulen begonnen. Leitgedanke bei der Entstehung dieses Projekts war die Tatsache, dass bei der Jugend nur sehr wenig Kenntnisse über das aktuelle Leben der Juden in Deutschland vorhanden sind. Die Initiativen, die bisher in diesem Zusammen-hang stattgefunden haben, haben sich fast ausschließlich mit dem Holocaust beschäftigt. Wichtige Zeitzeugen wurden in verschiedenen Schulen eingeladen. Diese haben dann über ihre Erfahrungen gesprochen. Das aktuelle Leben der Juden in Deutschland wurde dabei selten angesprochen. Bei anderen Initiativen fanden politische Diskussionen über den aktuellen Stand des Nahostkonflikts statt. All dies hat keinen direkten Zusammen-hang mit der Wirklichkeit des jüdischen Lebens in Deutschland. Um das gegenseitige Verständnis und den Respekt zu fördern, muss ein Mindestmaß an Kenntnissen vonein-ander vorhanden sein. Diesem Ziel widmete sich die Vortragsreihe, die Solange Rosen-berg, die jüdische Vorsitzende der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Karlsruhe, durchgeführt hat. Frau Pfarrerin Gertrud Stihler, evangelische Religionslehre-rin im Ruhestand, hatte den pädagogische Leitfaden erstellt und die Koordinierung der Vortragsreihe übernommen. Herr Rabbiner Phillip Minden, Heidelberg, war beratend tätig.

Frau Rosenberg hatte in dieser Woche 8 verschiedene Schulen besucht (Hauptschulen, Realschulen und Gymnasien). In diesen Vorträgen wurden folgende Themen besprochen:

Juden in Deutschland – Juden in Karlsruhe, Zugehörigkeit zum Judentum, die Beschneidung, das Lernen, die Bar-Mitzwa – die Bat-Mitzwa, die Hochzeit, die Scheidung, das ri-tuelle Bad, der Tod, die jüdischen Speisegebote, die Stellung der Frau im Judentum, der jüdische Kalender, der Schabbat, die Feiertage und vieles mehr.

Das Interesse war bei Schülern und Lehrern sehr groß. Es wurden viele Fragen sowohl von Schülern als auch von Lehrern gestellt. Die Vorträge fanden in Gruppen von 25 bis 65 Schülern statt und dauerten jeweils eine Doppelstunde. Auf Grund der Fülle des Stoffes konnten nicht alle Themen ausführlich behandelt werden. Dazu war der Zeitrahmen einfach zu kurz. Die Rückmeldungen, die die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusam-menarbeit erhalten hat, zeigten jedoch, dass dies ein sehr erfolgreiches und wichtiges Projekt war. (Bericht Frau Rosenberg).

Weitere Veranstaltungen

Christlich-Jüdischer Bibelstudienkreis Karlsruhe
(Leitung Kirchenrat i.R. Dr. h.c. Hans Maaß)

2005 lautete das Jahresthema: Paulus als jüdischer Gelehrter und christlicher Missionar.

Insgesamt wurden 8 Abende durchgeführt. Die einzelnen Abende:

Erzieherauschuss der GCJZ
(Koordinator Rektor i.R. Peter Baumbusch)

Der Erzieherausschuss hat z. Zt. 6 Mitglieder und trifft sich ca. vierwöchig. Zu seinen Hauptaufgaben gehörten die Vorbereitung und Durchführung der Mahnwache an der ehemaligen Synagoge in der Kronenstraße am 09.11.05. Schülerinnen der Klasse 10a des Dominikusgymnasium verteilten Flugblätter, hielten Mahnwache und erläuterten an Schautafeln Bilder von den ehemaligen Synagogen und ihr eigenes Projekt. Während der Woche der Brüderlichkeit verantwortete der Erzieherausschuss einen Filmvormittag in der Schauburg. Schulklassen schauten den Film "Zug des Lebens" an und diskutierten an-schließend mit den Mitgliedern des Erzieherausschusses darüber. Schließlich bringt der Erzieherausschuss Ideen in die Arbeit der Gesellschaft ein.

 

Karlsruhe, Februar 2006

Norbert Vöhringer
Christoph Rapp

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